Richtige Fußpflege bei Diabetes

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Bild von FüßenGerade für Diabetiker besteht ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme. Wichtig ist hier die Information und Beratung der Erkrankten und der Angehörigen. Viele Folgen könnten vermieden werden. Die Zahl der Amputationen würde erheblich sinken. Zur Vorbeugung wird zu einer konsequenten Hautpflege geraten.

Die Aufklärung über Komplikationen und Spätfolgen ist wichtig. Viele Ärzte beschränken sich jedoch auf die Behandlung der Folgen. Dabei ist die frühzeitig Aufklärung ebenso Aufgabe des Arztes, wie eine fachgerechte und zeitgemäße Behandlung.

In jedem Fall muss, auch bei Routinebesuchen, der Arzt immer die Füße des diabetischen Patienten ansehen. Bei der Untersuchung sollte auf Hautveränderungen, Veränderungen in der Fußstatik und Fußmotorik geachtet werden. Eine Prüfung der Durchblutung muss mindestens durch Tasten der Fußpulse erfolgen. Auch die Funktionsfähigkeit der Nerven sollten mit Hilfe einer Stimmgabel (Vibrationsempfinden) und dem Reflexhammer überprüft werden. Es sollte festgestellt werden, ob der Patient Kalt und Warm unterscheiden kann.

Wenn Sie betroffen sind, und besonders wenn bei ihnen die Empfindungsfähigkeit an den Füßen bereits nachgelassen hat, sollten Sie folgende Tipps und Pflegehinweise beachten. Sollten Sie nicht selbst in der Lage sind, die tägliche Pflege voll zu übernehmen, so lassen Sie sich auf jeden Fall helfen.

Waschen Sie sich täglich die Füße. Dabei sollten Sie höchstens eine milde Seife benutzen. Oft reicht aber lauwarmes Wasser mit einer Temperatur bis zu 37° C aus. Da die Empfindung an den Füßen gestört sein kann, sollten Sie die Temperatur mit dem Ellenbogen oder auch mit einem Thermometer überprüfen, bevor Sie Ihre Füße in das Bad setzen. Sonst kann es zu Verbrennungen kommen, die Sie nicht einmal spüren. Dennoch sollten die Füße gründlich gewaschen werden, besonders zwischen den Zehen. Sie sollten aber das Fußbad nicht zu lange ausdehnen – drei Minuten sind genug.

Beim Trocknen der Füße sollten Sie sorgfältig sein. Achten sie darauf, dass die Haut zwischen den Zehen trocken ist. Hier ist der Fuß besonders anfällig für Schädigungen. Aber reiben Sie die Haut nicht, sonst wird sie zu sehr gereizt. In die abgetrockneten Fußhaut sollten Sie eine Feuchtigkeitscreme, am Besten eine, die Harnstoff enthält (z.B. von Allpresan), einmassieren. Auf gar keinen Fall Melkfett. Dadurch werden die Poren verstopft und die Haut kann nicht mehr atmen. Durch die Feuchtigkeitscreme wird die Haut geschmeidig gehalten und die Bildung von Hautrissen wird vermieden.

Fußnägel sollten Sie nur mit der Nagelfeile kürzen. Benutzen Sie keine Schere oder andere Instrumente. Die Empfindsamkeit kann so stark vermindert sein, dass Sie nicht merken, wenn Sie sich schneiden. Machen Sie keine Experimente bei der Pediküre mit Messern, Rasierklingen, Glasscherben oder Hobeln. Sind Nägel eingewachsen, gehen Sie zum Arzt. Wenn Sie zur Fußpflege gehen, sollten Sie darauf achten, dass der Fußpfleger eine Zusatzausbildung für diabetische Füße hat.

Untersuchen Sie Ihre Füße täglich. Schauen Sie nach, ob sich Veränderungen ergeben haben, ob Sie sich Druckstellen oder kleine Verletzungen zugezogen haben. Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, können Verletzungen vorhanden sein. Daran sollten Sie immer denken und deshalb auch niemals nachlässig sein. Wenn Sie Ihre Fußsohlen nicht sehen können, hilft ein Spiegel. Die Untersuchung der Fußsohlen ist wichtig, weil sich hier schnell Schwielen bilden können. Reicht ihre Sehkraft für diese Untersuchung nicht aus, so sollten Sie Angehörige oder Pfleger bitten, Ihnen zu helfen. Wenn sich Veränderungen oder Verletzungen zeigen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Halten Sie ihre Füße warm und trocken. Sie sollten aber nur Strümpfe aus Wolle oder Baumwolle tragen. Auf keinen Fall sollten Sie gestopfte Strümpfe tragen. Jede Unebenheit kann zu Verletzungen führen. Strümpfe sollten Sie täglich wechseln. Abends sollten sie bei kalten Füßen auf eine Wärmeflasche verzichten. Benutzen Sie lieber Bettsocken.

Bei Juckreiz zwischen den Zehen sollten sie zum Arzt gehen. Meist handelt es sich um eine Pilzinfektion, die behandelt werden muss.

Bitte beachten Sie: Bei allen Veränderungen an den Füßen, sollten Sie zum Arzt gehen. Das gilt auch für Erscheinungen wie Hühneraugen oder Warzen. In keinem Fall sollten Sie Hühneraugenpflaster oder Tinkturen verwenden. Diese wirken ätzend und können die Haut schwer schädigen. Auch die Nutzung von Schaumstoffpolstern sollte vermieden werden. Unter ihnen bilden sich ideale Nährböden für Bakterien.