Diabetes in Schleswig-Holstein

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Zurzeit leiden ca. 220.000 Menschen in unserem Land an Diabetes. Die Dunkelziffer lässt sich nur sehr schwer schätzen, da man hier auf die Befunde der Erstmanifestation "Diabetes mellitus" angewiesen ist. Aus den dann schon vorhandenen Folgeschäden ist auf das vorherige langjährige und unerkannt gebliebene Auftreten des Diabetes zu schließen.

Ungefähr 80 % der Diabetiker (so genannter Typ 2) sind älter als 65 Jahre und erkranken in der Regel im Alter ab 50 Jahren. 20 % der Diabetiker (Typ 1) erkranken in jungen Jahren. Allein in Schleswig-Holstein hören jährlich ca. 60 Elternpaare, dass ihr Kind nun Diabetiker ist.

Diabetes tut nicht weh. Am Diabetes stirbt man nicht - sondern an seinen Folgeerkrankungen, die bei zu spätem Erkennen und damit zu langer schlechter Einstellung der Blutzuckerwerte auftreten.
Die Behandlung des Diabetes mellitus ist nur in enger Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient möglich. Mit einem Diabetiker muss man reden, ein Diabetiker muss geschult werden. Das heißt, dass auch der behandelnde Arzt sehr gut geschult sein muss – weit über das normale Maß hinaus. Diabetes ist aber eine sehr stiefmütterlich bedachte Erkrankung in der universitären Ausbildung unserer Ärzte. Nach eigenen Angaben fühlen sich nur 17 % aller niedergelassenen Ärzte fit genug für die Behandlung der Diabetikerinnen und Diabetiker!
Es gibt in unserem Bundesland ganze 23 (!) "Diabetologische Schwerpunktpraxen" für die Betreuung von 220.000 Diabetikerinnnen und Diabetikern. (Niedersachsen hat weit über 40!) Es gibt zur Zeit nur die Universitätskinderklinik Lübeck zur Betreuung und Schulung von Kindern mit Diabetes in Schleswig-Holstein!

Dringend notwendig ist es, den Betroffenen zu informieren, zu schulen und aufzuklären. Dem Betroffenen muss gesagt werden, welche Untersuchungen bei Diabetes unabdingbar sind und regelmäßig viele Diabetiker fühlen sich bei ihrem Arzt in guter Behandlung und nehmen dann die gefürchteten Folgeerkrankungen als "Strafe Gottes" hin.
Die meisten Späterblindeten in Deutschland erblinden wegen schlecht eingestelltem und/oder schlecht behandeltem Diabetes! Die meisten Dialysepatienten sind Dialyse-pflichtig wegen schlecht
eingestelltem und schlecht behandeltem Diabetes! Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 28.000 Amputationen durchgeführt, die unnötig wären, wenn der Diabetes nicht so schlecht eingestellt und so schlecht behandelt worden wäre! Und dies ist nur ein Teil der furchtbaren Folgen eines schlecht behandelten Diabetes!